Handel im Wandel
Der Strommarkt in Deutschland war in den vergangenen Jahrzehnten durch die Großkonzerne dominiert und relativ stabil. Der Ausbau der Solar- und Windenergie mit seinen schwankenden Erträgen hat die Volatilität erhöht. Dazu kamen noch die Coronapandemie und vor allem der Ukrainekrieg 02.2022 mit den Sanktionen auf dem Gasmarkt. Das Aus für die letzten Atommeiler 2023 reduzierte die Grundlastversorgung in D.
Im europäischen Strommarkt wurde D im Laufe der Jahre vom stabilen Anker zum Kunden, der saisonal viel Strom importieren musste bzw. Überschüsse in die Nachbarländer exportierte. Das wurde für diese Länder auch zum Problem und hat Auswirkungen bis nach Schweden, Frankreich, Polen usw.
Die Schwankungen im Strompreis waren auch Thema in den Medien und vor allem die Nachricht von extrem hohen aber auch negativen Preisen am Strommarkt sorgte für Schlagzeilen. Die Vorstellung, dass man für gelieferten Strom noch Geld dazu geben muss, war neu und hat mich dazu bewegt, mir das etwas genauer anzusehen
Ergebnis
- betrachteter Zeitraum: 2014 -2024
- Stromhandelsbilanz: 40 TWh (Export) auf -28 TWh (Import ) D ist vom Exporteur zum Importeur geworden
- Die Kosten für den Stromimport stiegen von 85 Mio. auf 4146 Mio
- Die Erlöse für Exporte sanken von 1322 Mio auf 395 Mio
- Der mittlere Importpreis hat sich fast verdreifacht von 36 auf 101 EUR/MWh
- Der mittlere Exportpreis ist (nach starken Schwankungen) wieder auf dem Niveau von 2014 32 EUR/MWh und lag damit deutlich unter der EEG-Vergütung -> teuer subventioniert und unter Preis verkauft
- 2024 war der Importstrom ca. 3,2 mal so teuer wie der exportierte.
Die Details sehen Sie in den folgenden Diagrammen -->>>
Börsenstrompreis Mittelwert
für Im- und Export
Der mittlere Strompreis ist nach dem
Extremwert 2022 wieder günstiger geworden.
Der importierte Strom war 2024 ca. 3 mal so teuer wie der exportierte.
Der Preis für den Export lag deutlich unter der EEG-Vergütung (10KW Solar) von ca. 80 €/MWh _> Strom wird unter dem Einkaufspreis verkauft!
Börsenstrompreis Minimum
für Im- und Export
Negative Strompreise gab es an der Börse schon länger, war aber anscheinend kein Thema. Sind auch kein Problem, sondern zeigen einen Marktmechanismus. Die Entsorgung von Überschüssen verursacht auch in anderen Wirtschaftsbereichen Kosten, z.B. in der Landwirtschaft.
Erst mit dem Extremwert 2023 mit ca. 50 ct/kWh wurde es interessant. Auch dieser Wert sagt nicht viel aus, erst wenn die Strommenge groß ist wird es teuer.
Auffällig ist, dass bei Import der Minimalwert immer, bis auf 2024, noch positiv war.
Börsenstrompreis Maximum
für Im- und Export
Nach Jahren mit mäßigen Anstiegen, begann 2021 das Chaos am Strommarkt.
Das absolute Maximum war am 12.12.2024 um 17 Uhr
mit 0,94 ct/kWh
Importiert wurden in einer Stunde 13.1 GWh zu einem Preis
von 12, 3 Mio EURO
Gehandelte Strommenge GWh
Inzwischen ist D vom Exporteur zum
Importeur von Strom geworden.
Das hilft bei der CO2-Bilanz, da nur die in D
entstandenen Emissionen angerechnet werden. Importiert wird, wenn der Strom knapp ist oder der Importstrom günstiger ist als der in D. erzeugte. Da spielt sicher auch der Preis für CO2-Zertifikate, besonders bei der Braunkohleverstromung, eine Rolle.
Handelsbilanz
Die Erlöse aus dem Export sind gesunken,
die Zahlung für Import deutlich gestiegen.
Preisverhältnis
In dem Diagramm ist der tatsächlich gezahlte Preis/kWh gemeint. Nicht nur der Börsenpreis, sondern auch die gehandelte Menge wurde berücksichtigt.
Der Preis für Importstrom lag immer 20 - 30% über den Exportpreisen.
Ab 2022 hat sich das Verhältnis rasant verschlechtert.
2024 war der Importstrom ca. 3,2 mal so teuer wie der exportierte.
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